Drehscheibe der Kulturen
Kultur lebt vom Austausch der Kulturen. Verkehrswege und Kommunikation spielen dabei eine bedeutende Rolle. Was mit den Römerstraßen begann, wurde im Zeitalter der Industriellen Revolution durch die Erfindung der Eisenbahn beflügelt. Dampflokomotiven ließen Distanzen schrumpfen und sorgten dafür, dass sich die Kulturen näher kamen. In Augsburg begann das Eisenbahnzeitalter bereits im Jahr 1837. Innerhalb kurzer Zeit wurde die traditionsreiche Stadt der Fugger und Welser zum Schnittpunkt der europäischen Schienenwege von Ost nach West und von Süd nach Nord. Heute liegt Augsburg im Zentrum der „Magistrale für Europa", der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris nach Budapest.
Die Eisenbahn als Netzwerk der europäischen Kulturen
Nun entsteht im Bahnpark Augsburg das Kultur- und Museumsprojekt „Rundhaus Europa": Im denkmalgeschützten Rundhaus, das im Jahr 1906 als Lokschuppen für die Königlich Bayerischen Staatsbahnen erbaut wurde, soll die europäische Dimension und die Völker verbindende Funktion der Eisenbahn dargestellt werden: Schienen als Netzwerk der Kulturen Europas.
29 Botschafter-Lokomotiven aus 29 Staaten Europas
Die 29 Staatsbahnen Europas sind eingeladen, jeweils eine historische Botschafter-Lokomotive als Dauerleihgabe nach Augsburg zu entsenden und sich und ihr Land zu präsentieren. Die Lokomotiven werden jeweils durch Ausstellungen und Veranstaltungen der Länder begleitet: Land und Leute, Kunst und Kultur geben sich im Rundhaus Europa ein Stelldichein. Vor der Kulisse der alten Lokomotiven ihrer jeweiligen Heimatländer treten Künstler auf, lesen Schriftsteller aus ihren Büchern, werden kulinarische Köstlichkeiten aus ganz Europa geboten. Das Rundhaus mit seiner markanten und symbolhaften Industriearchitektur wird dadurch zum Treffpunkt Europas; die denkmalgeschützte Drehscheibe, auf der früher Dampflokomotiven gewendet wurden, wird zur „Drehscheibe der Kulturen" und zur Bühne für die Staaten Europas.
Zu fast allen öffentlichen Veranstaltungen ermöglichen wir den Zugang zur Drehscheibe und damit den Blick auf die Exponate. Spezielle Führungen durch den Ringlokschuppen sind nach Abstimmung möglich.