Online-Ausstellung "Der verbotene Ort"


Online-Ausstellung

Der verbotene Ort:
Fotos aus der Geschichte des Bahnbetriebswerkes

Die Bahnbetriebswerke der Dampflokzeit zogen nicht nur Eisenbahnfreunde magisch in ihren Bann. Die Betriebsamkeit der weitläufigen Anlagen mit Werkstätten und Lokschuppen, mit Bekohlungsanlagen und Wasserkränen, mit Schlackegruben und Drehscheiben übte eine eigene Faszination aus. Hier wurden die Lokomotiven gewartet und repariert, mit Kohle und Wasser versorgt, „abgeschmiert“ und auf die nächste Fahrt vorbereitet.

Unentwegt lag der „Duft“ von Kohlefeuer in der Luft. Oftmals lagen Rauchschwaden aus den Schloten der vielen Dampflokomotiven über dem Gelände. Die Hausfrauen in der Nachbarschaft beklagten sich nicht selten über den Ruß der Dampflokomotiven, der die frisch gewaschene Wäsche an der Leine „einschwärzte“.

Der Betrieb in den Werken war nicht ungefährlich. Deshalb waren die Bahnbetriebswerke „verbotene Orte“ – der Zutritt war Außenstehenden streng untersagt. Nur selten gelang Eisenbahnfreunden das Fotografieren. Umso wertvoller sind die historischen Aufnahmen aus dem Bahnbetriebswerk Augsburg, die auf dieser Seite präsentiert werden.

Weitere Bilder und Texte finden Sie demnächst hier.

In den Jahren 1904 bis 1906 entstand im heutigen Augsburger Stadtteil Hochfeld auf einer Fläche von rund 240 000 Quadratmetern ein neues Bahnbetriebs- und Ausbesserungswerk. Im Zentrum der Anlage standen zwei große Ringlokschuppen mit jeweils 31 Fahrzeugständen. Während im nördlichen Ringlokschuppen bereits Anfang der 1930er-Jahre Elektrolokomotiven einzogen, blieb der südliche Ringlokschuppen den Dampflokomotiven vorbehalten. Dort entstand am 15. April 1935 dieses Foto, das so recht die Atmosphäre im „Schuppen“ wiedergibt.
Blick in das Bahnbetriebswerk Augsburg am 3. Juli 1952. Rechts im Vordergrund ist das sogenannte Übernachtungsgebäude aus dem Jahr 1906 zu sehen, in welchem Lokomotivführer und Heizer nächtigten. Sieben Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind noch immer die Spuren zu sehen, die ein Tieffliegerangriff an der Nordfassade des Gebäudes hinterlassen hatte. Die beiden Ringlokschuppen verfügten im Jahr 1952 noch über die hohen Schornsteine, die erst in den 1980er-Jahren abgetragen bzw. gesprengt wurden.
Nördlicher Ringlokschuppen am 15. April 1935.
Blick in die Dampflok-Werkstatt um das Jahr 1930. Zwei Arbeiter sind mit dem Treibradsatz einer Dampflokomotive beschäftigt.
Blick in die Dampflokhalle (sogenannte Montierung) am 23. Oktober 1925. Die Halle war zu diesem Zeitpunkt erst wenige Monate alt und galt als hochmoderne Werkstatt.
Die sogenannte südliche Montierung im Jahr 1942.
Um das Jahr 1930 entstand dieses Foto der sogenannten Montierung (links), dem Wasserhaus im Hintergrund und dem nördlichen Ringlokschuppen (rechts).
Nur selten durften "Betriebsfremde" das Bahnbetriebswerk betreten. Anfang der 1950er-Jahre bewundert eine Schulklasse an der südlichen Drehscheibe die Dampflok 78 1001.
Mit Hilfe eines großen Kranes wurde die Dampflokomotiven bekohlt. Das Foto entstand vermutlich in den frühen 1930er-Jahren.
Dieses Foto aus den frühen 1930er-Jahren vermittelt einen Eindruck von der Größe der Augsburger Betriebsanlagen. Im Vordergrund die Bekohlungsanlage. Links der nördliche Ringlokschuppen, die Lokleitung und dahinter der südliche Ringlokschuppen.
Die Dampflok 18 606 ergänzt in den 1960er-Jahren ihre Vorräte an der Bekohlungsanlage im Bahnbetriebswerk Augsburg.
Es ist genau 15.41 Uhr am 17. April 1942, als der offizielle Fotograf der Reichsbahn-Direktion Augsburg dieses Foto in der Lehrlingswerkstatt des Augsburger Ausbesserungswerkes macht.
Die Ausbesserung von Radsätzen für Dampflokomotiven und Wagen war über viele Jahre hinweg eine zentrale Aufgabe des Ausbesserungswerkes. Am 3. Juli 1952 wird soeben ein sogenannter Sprengring in den Radsatz eines Dampflok eingewalzt.