Welt der Dampflok


Feuer - Wasser - Dampf:
Die Welt der Dampflok

Wie funktioniert eine Dampflokomotive? Wie werden Feuer und Wasser zu Dampf, Energie und Bewegung? Woher kommen Wasser, Kohle und Öl für den Betrieb einer Dampflok? Die "Welt der Dampflok" soll Antworten geben auf spannende Fragen der Technik.

Derzeit ist die Ausstellung noch im Aufbau. Doch schon jetzt zeigen wir in der denkmalgeschützten Dampflokhalle echte Werkstatt-Atmosphäre.

Das Freigelände zeigt die faszinierende Technik-Landschaft eines Bahnbetriebwerkes der 1950er- und 1960er-Jahre. Dazu gehören Drehscheibe, Wasserkran, Bockkran, Bekohlungsanlage, Schürhakengestell und vieles mehr.

Wissenschaftliche Beratung: Hochschule Augsburg, Prof. Ulrich Thalhofer

Die Welt der Dampflok und das Rundhaus Europa gehören zur Europäischen Route der Industriekultur ERIH.

Erleben Sie die Arbeitswelt längst vergangener Tage:
Die Dampflok-Werkstatt

In der historischen Dampflok-Werkstatt aus den 1920er-Jahren werden noch heute Lokomotiven repariert und instandgehalten. An bestimmten Tagen wird hier noch immer gehämmert, geschweißt und gedreht, geflext, genietet und geschmiedet. Dazu stehen verschiedene historische Werkzeugmaschinen zur Verfügung. Der Besucher taucht ein in die Arbeitswelt längst vergangener Tage. Klettern Sie auf den Führerstand einer Dampflok und werfen Sie einen Blick in die Feuerbüchse, wo normalerweise die Flammen mit bis zu 1400 Grad Celsius lodern. Von Zeit zu Zeit werden die historischen Handwerkskünste eines Dampflokschlossers oder eines Heizers wieder lebendig.

Vom Tiefbrunnen bis zum Wasserkran:
Die historische Wasserversorgung

Im heutigen Bahnpark Augsburg errichteten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen ab 1906 mit wissenschaftlicher Begleitung durch Geologen ein komplexes System der Wasserversorgung, das bis heute erhalten blieb. Dazu gehören unter anderem zwei Tiefbrunnen mit einer Tiefe von bis zu 176 Metern, das denkmalgeschützte "Wasserhaus" mit den Anlagen der Wasseraufbereitung sowie ein "Wasserkran". Die ausführliche Dokumentation der Wasserversorgung steht hier in Form einer PDF-Datei als Download zur Verfügung.

Brennstoff für die Dampflokomotiven:
Die Bekohlungsanlage

Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein war Kohle der wichtigste Energieträger. Von den Bergwerken und Zechen wurde die Kohle in Güterzügen zu den Bahnbetriebswerken in ganz Deutschland gefahren und dort an die Dampflokomotiven ausgegeben. Im Bahnpark ist eine dieser komplexen Bekohlungsanlagen erhalten geblieben: ein historischer Güterwagen für den Antransport der Kohle, eine Lorenbahn zur Verladung und ein "Schrägaufzug", mit dem die Kohle hochgehoben und über eine Schütte in den Schlepptender oder den Kohlenkasten der Dampflokomotiven transportiert wurde.

Wo sich Lokführer und Heizer zur Ruhe betteten:
Das Übernachtungsgebäude

Wer schwer arbeitete, musst auch ausruhen: Die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen errichteten 1906 ein "Übernachtungsgebäude", in dem sich Lokführer und Heizer nach getaner Arbeit zur Ruhe betten konnten. Bis heute blieb das Gebäude als wichtiger Zeuge der Sozialgeschichte nahezu im Originalzustand erhalten und kann von außen besichtigt werden. Innen entstehen nun 23 Wohnplätze für Studenten und Auszubildende.

Ein technisches Denkmal:
Die Drehscheibe

Die denkmalgeschützte Drehscheibe gilt im wahrsten Sinne des Wortes als Dreh- und Angelpunkt im Bahnpark. Die Drehscheibe wurde 1922 von der Firma Noell in Würzburg gebaut und besitzt als "drehbare Brücke" eine Tragfähigkeit von 176 Tonnen. Mit ihr wurden früher Lokomotiven in die jeweilige Fahrtrichtung gedreht oder auf die 29 Fahrzeugstände im Rundhaus verteilt. Zwischen Mai 2011 und Mai 2015 wurde die Drehscheibe einer gründlichen Restaurierung unterzogen, bei welcher ihre ursprüngliche Tragkraft von 176 Tonnen wieder hergestellt wurde.

Ein Koloss mit 20 Tonnen Tragkraft:
Der Bockkran

Der sogenannte Bockkran wurde früher genutzt, um große Lasten wie Motoren oder Ersatzteile für Lokomotiven und Triebwagen auf oder abzuladen. Die Tragfähigkeit des Kranes betrug ursprünglich 20 Tonnen. Erst im Frühjahr 2011 wurde der Bockkran im Rahmen des Museumsbetriebs wieder in Betrieb genommen.