Welt der Dampflok


Feuer - Wasser - Dampf:
Die Welt der Dampflok

Eine faszinierende Technik-Landschaft aus dem frühen 20. Jahrhundert

Der Bahnpark Augsburg ist eine faszinierende Technik-Landschaft als dem frühen 20. Jahrhundert. Wie durch ein Wunder blieb bis heute das komplette Bahnbetriebswerk aus der Zeit der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen erhalten. Unter Schutz stehen nicht nur die Gebäude aus der Zeit zwischen 1906 und 1922. Auch die Gleisanlagen wurden 1996 in die Denkmalliste eingetragen - ebenso wie die Drehscheibe, die Sterngleise, die Oberleitungsspinne, die Bekohlungsanlage, das Schürhakengestell, die Wasserversorgung mit Tiefbrunnen, Wasserkran und Wasserhaus, mehrere Bunker aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und vieles mehr.

Der Bahnpark Augsburg ist Mitglied und Standort der Europäischen Route der Industriekultur ERIH.

Erleben Sie die Arbeitswelt längst vergangener Tage:
Die Dampflok-Werkstatt

In der historischen Dampflok-Werkstatt aus den 1920er-Jahren werden noch heute Lokomotiven repariert und instandgehalten. An bestimmten Tagen wird hier noch immer gehämmert, geschweißt und gedreht, geflext, genietet und geschmiedet. Dazu stehen verschiedene historische Werkzeugmaschinen zur Verfügung. Der Besucher taucht ein in die Arbeitswelt längst vergangener Tage. Klettern Sie auf den Führerstand einer Dampflok und werfen Sie einen Blick in die Feuerbüchse, wo normalerweise die Flammen mit bis zu 1400 Grad Celsius lodern. Von Zeit zu Zeit werden die historischen Handwerkskünste eines Dampflokschlossers oder eines Heizers wieder lebendig.

Vom Tiefbrunnen bis zum Wasserkran:
Die historische Wasserversorgung

Im heutigen Bahnpark Augsburg errichteten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen ab 1906 mit wissenschaftlicher Begleitung durch Geologen ein komplexes System der Wasserversorgung, das bis heute erhalten blieb. Dazu gehören unter anderem zwei Tiefbrunnen mit einer Tiefe von bis zu 176 Metern, das denkmalgeschützte "Wasserhaus" mit den Anlagen der Wasseraufbereitung sowie ein "Wasserkran". Die ausführliche Dokumentation der Wasserversorgung steht hier in Form einer PDF-Datei als Download zur Verfügung.

Brennstoff für die Dampflokomotiven:
Die Bekohlungsanlage

Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein war Kohle der wichtigste Energieträger. Von den Bergwerken und Zechen wurde die Kohle in Güterzügen zu den Bahnbetriebswerken in ganz Deutschland gefahren und dort an die Dampflokomotiven ausgegeben. Im Bahnpark ist eine dieser komplexen Bekohlungsanlagen erhalten geblieben: ein historischer Güterwagen für den Antransport der Kohle, eine Lorenbahn zur Verladung und ein "Schrägaufzug", mit dem die Kohle hochgehoben und über eine Schütte in den Schlepptender oder den Kohlenkasten der Dampflokomotiven transportiert wurde.

Wo sich Lokführer und Heizer zur Ruhe betteten:
Das Übernachtungsgebäude

Wer schwer arbeitete, musst auch ausruhen: Die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen errichteten 1906 ein "Übernachtungsgebäude", in dem sich Lokführer und Heizer nach getaner Arbeit zur Ruhe betten konnten. Bis heute blieb das Gebäude als wichtiger Zeuge der Sozialgeschichte nahezu im Originalzustand erhalten und kann von außen besichtigt werden. Innen entstehen nun 23 Wohnplätze für Studenten und Auszubildende.

Ein technisches Denkmal:
Die Drehscheibe

Die denkmalgeschützte Drehscheibe gilt im wahrsten Sinne des Wortes als Dreh- und Angelpunkt im Bahnpark. Die Drehscheibe wurde 1922 von der Firma Noell in Würzburg gebaut und besitzt als "drehbare Brücke" eine Tragfähigkeit von 176 Tonnen. Mit ihr wurden früher Lokomotiven in die jeweilige Fahrtrichtung gedreht oder auf die 29 Fahrzeugstände im Rundhaus verteilt. Zwischen Mai 2011 und Mai 2015 wurde die Drehscheibe einer gründlichen Restaurierung unterzogen, bei welcher ihre ursprüngliche Tragkraft von 176 Tonnen wieder hergestellt wurde.

Filigrane Schönheit:
Die Oberleitungsspinne

Über der Drehscheibe schwebt die ebenfalls denkmalgeschützte Oberleitungsspinne. Als die Bahnstrecke München - Augsburg im Jahr 1931 elektrifiziert wurde, musste auch ein Teil des damaligen Bahnbetriebswerkes für den Betrieb mit E-Loks mit einer Oberleitung überspannt werden. Über Jahrzehnte hinweg pulsierte in den Drähten Wechselstrom mit 15.000 Volt Spannung und 16 2/3 Hertz Frequenz. Heute ist die Augsburger Oberleitungsspinne längst stromlos, gilt aber als eines der wenigen Exemplare, die in Deutschland erhalten blieben. Die Instandhaltung dieses technischen Denkmals wird unterstützt von Mitgliedern der fördernden Vereine sowie von der Augsburger Niederlassung der Firma EuropTen. Herzlichen Dank dafür!

Ein Koloss mit 20 Tonnen Tragkraft:
Der Bockkran

Der sogenannte Bockkran wurde früher genutzt, um große Lasten wie Motoren oder Ersatzteile für Lokomotiven und Triebwagen auf oder abzuladen. Die Tragfähigkeit des Kranes betrug ursprünglich 20 Tonnen. Erst im Frühjahr 2011 wurde der Bockkran im Rahmen des Museumsbetriebs wieder in Betrieb genommen.