Zeitreisen


Die Ausstellung "Zeitreisen" ist im Aufbau. Derzeit seht Ihr die Großexponate, die - zumeist als Leihgaben - von den verschiedenen europäischen Staaten zur Verfügung gestellt wurden: rund 16 historische "Botschafter-Lokomotiven". 

Zeitreisen:
Loks erzählen europäische Geschichte(n)

Bitte einsteigen! Kommt mit auf eine spannende Zeitreise.

Alte Loks aus vielen Ländern erzählen ihre spannenden Geschichten: von Krieg und Frieden, vom sagenumwobenen Orient-Express, von Geschwindigkeitsrekorden auf Schienen, von Kaisern, Königen und Diktatoren und deren Salonzügen. Von Urlaubsfahrten nach "Bella Italia", vom "Kalten Krieg" und geheimen Lokomotiven. Von Mauerbau und Wiedervereinigung, vom Fall des "Eisernen Vorhangs" - und vom Glück der Reisefreiheit in einem vereinten Europa.

Die Zeitreisen gehen quer durch Europa. Ihr reist über 16 Stationen. Von Schweden bis Sizilien, von Frankreich bis Slowenien. Vom Zeitalter der Industriellen Revolution bis in die Gegenwart. 

Station 1: Österreich (im Aufbau)
Kaiserin Sisi und ihre Lokomotive

Mitte des 19. Jahrhunderts eroberte die Eisenbahn ganz Europa. Die berühmte Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn verfügte über einen eigenen Salonzug. Mit der Dampflok fuhr sie beispielsweise von Wien zu ihrem Schloss Miramare bei Triest.

Wir arbeiten derzeit an der Sanierung der Lokomotive 17c Nr. 415 der kaiserlich-königlichen Südbahn-Gesellschaft aus dem Jahr 1897.

Station 2: Frankreich
Orient-Express und andere Luxuszüge

Ende des 19. Jahrhunderts begann die Glanzzeit der europäischen Luxuszüge. Der bekannte Orient-Express verband Paris mit Konstantinopel (heute Istanbul). Auch andere Luxuszüge fuhren quer durch Europa. Unsere Dampflok 231 K 22 zog einst den berühmten "Flèche d'Or".

Station 3:
Elektromobilität bei der Eisenbahn

Heute wird viel über Elektromobilität auf unseren Straßen gesprochen. Bei der Eisenbahn begannt das Zeitalter der umweltfreundlichen Elektrolokomotiven bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Die E 16 09 wurde 1927 gebaut und zog schon damals ihre Züge klimafreundlich durch Bayern.

Station 4:
Züge, die nie im Fahrplan standen

Zwischen Oktober 1941 und Mai 1945 wurden Millionen von jüdischen Mitbürgern in Ghettos und Vernichtungslager transportiert. Die Ausstellung im "Deportationswagen" erzählt vom dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte.

Station 5: Slowenien
Eine Dampflok erzählt von Krieg und Frieden

Krieg und Frieden in Europa: Eindringlich berichtet die Botschafter-Lokomotive Sloweniens von ihrer dramatischen Geschichte. Im März 1945 wurde sie von jugoslawischen Partisanen angriffen. Die Lok fuhr auf eine Mine; das Gleis explodierte. Die Lok entgleiste und stürzte in den Fluss Save.

Zwischenhalt:
Jim Knopf und seine Emma

Wer kennt sie nicht? Jim Knopf, Lukas der Lokomotivführer und die berühmte Emma. Bei uns lernt ihr die "echte Emma" kennen! Die kleine Lok wurde 1920 von der berühmten Lokomotivfabrik Krauss in München gebaut. Nicht vergessen: Macht ein Selfie mit "Emma" und teilt es auf Instagram und Facebook!

Station 6:
Stromlinie in Europa

In den 1930er Jahren wurden immer schnellere Lokomotiven gebaut. Dabei spielte die windschnittige Verkleidung eine wichtige Rolle. Die „Stromlinie“ wurde zum Symbol für Kraft, Eleganz und Schnelligkeit. Unsere E 18 08 erinnert an eine Zeit, in der nicht nur Loks stromlinienförmig waren.   

Station 7: Schweiz
Eine Lok erobert die Alpen

Die berühmte Ae 4/7 wurde 1931 gebaut. Sie fuhr auf vielen spektakulären Gebirgseisenbahnen in der Schweiz. Sogar der berühmte Simplon-Orient-Express wurde mit Loks der Bauart Ae 4/7 gezogen.

Station 8: Italien
Im Sonderzug nach "Bella Italia"

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde "Bella Italia" zum Traumziel der Deutschen. Capri und die Toskana, die Strände der Adria und die Küste der Riviera, Pasta, Pizza und Dolce Vita machten die Not der Kriegs- und Nachkriegszeit vergessen. Unsere E 636 zog Sonderzüge mit unbeschwerten Urlaubern in Richtung Florenz, Rom, Neapel oder Palermo.

Station 9:
Eine Dampflok erlebt Teilung und Wiedervereinigung 

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!" Diesen Satz sagte der DDR-Staats-Chef Walter Ulbricht am 15. Juni 1961. Zwei Monate später war die Berliner Mauer gebaut; die Teilung Deutschlands scheinbar in Beton gegossen. Die eindrucksvolle Schnellzug-Dampflok 03 295 erzählt von Teilung und Wiedervereinigung.

Station 10: Schweden
Kalter Krieg und geheime Lokomotiven

Wir schreiben das Jahr 1968. Europa ist durch den „Eisernen Vorhang“ getrennt. Unerbittlich stehen sich Ost und West im „Kalten Krieg“ gegenüber. Die schwedische Regierung gibt den Auftrag zur Aufbau einer "strategischen Reserve". Rund 50 "geheime" Dampflokomotiven werden über das ganze Land verteilt. Im Kriegsfall sollen sie den Eisenbahnverkehr aufrecht erhalten. Die Lok mit der Nummer 1135 wird in der Nähe des Polarkreises versteckt. Glücklicherweise kommt sie nie zum Einsatz.

Station 11: Luxemburg
Eine Lok für Kohle und Stahl

Es war ein Meilenstein europäischer Geschichte: Am 18. April 1951 schließen sich Luxemburg, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland zur "Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl" zusammen. Mit dieser sogenannten Montanunion wurde der Grundstein für die heutige Europäische Union gelegt. Das Großherzogtum Luxemburg lässt seine Botschafter-Lokomotive BB 3602 aus dieser Zeit berichten.

Station 12:
Eine Lok überwindet alle Grenzen

Frankreich und Deutschland unterzeichnen 1963 den berühmten Élysée-Vertrag: Aus "Erbfeinden", die über viele Jahrhunderte hinweg blutige Kriege gegeneinander geführt hatten, werden Partner und Freunde. In direkter Folge des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages werden die Loks der Baureihe 184 gebaut. Mit ihrer elektrischen "Vier-System-Ausrüstung" überwinden die Loks alle Grenzen und fahren auch in Frankreich, Belgien und Luxemburg.

Station 13: Frankreich
Rausch der Geschwindigkeit

Frankreich, Deutschland und Großbritannien lieferten sich über viele Jahre hinweg ein erbittertes Wettrennen um die schnellsten Lokomotiven. Einen Meilenstein markiert die französische CC 6503: Mit einer Leistung von 5900 kW erreichte sie 220 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit. Mit dem berühmten Express-Zug "Aquitaine" fuhr sie von Paris nach Bordeaux.

Station 14: Niederlande
Königliches Reisen

Kaiser und Könige, Adelige und Industriebarone – alle nutzten bis weit ins 20. Jahrhundert hinein die Eisenbahn für ihre Reisen. An das „Königliche Reisen in Hof- und Salonzügen“ erinnert die Botschafter-Lokomotive der Niederlande, die einst den Hofzug von Königin Beatrix bespannte.

Wir erreichen unseren Zielbahnhof (Station 16):
Reisefreiheit in Europa

Die damalige Deutsche Reichsbahn stellte 1935 den elektrischen Aussichtstriebwagen ET 91 01 in Dienst: Der „Gläserne Zug“ bot einen einzigartigen Panoramablick. Von München aus fuhr er in die Bayerischen und Österreichischen Alpen. Nach dem Krieg begrenzte der „Kalte Krieg“ die Reisefreiheit. Erst 1989 fiel der berüchtigte Eiserne Vorhang. Nun konnte der Gläserne Zug auch in die ehemalige DDR und nach Ost-Europa fahren. Reisefreiheit wurde - scheinbar - zur Selbstverständlichkeit.