BERG - Eine bayerische Lok-Legende erwacht zum Leben
Restaurierung und Wiederinbetriebnahme der historischen Dampflokomotive BERG aus dem Jahr 1883.
Ein Projekt des Bahnpark Augsburg in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte DGEG.
Sie ist ein strahlendes Symbol für die Zeit des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II.. Sie ist Sinnbild für die frühe Industrialisierung Bayerns, Meisterwerk Augsburger und Münchner Lokomotivbaukunst und ein Meilenstein deutscher Eisenbahngeschichte:
Die berühmte Dampflok BERG aus dem Jahr 1883 wird nach vielen Jahrzehnten als stummes Museumsexponat wieder zum Leben erweckt und zur voll funktionsfähigen Betriebslok restauriert.
Nach erfolgreicher Restaurierung wird die BERG die älteste betriebsfähige Dampflokomotive Deutschlands sein – ein technisches Kulturgut von nationaler Bedeutung und eine einzigartige Botschafterin bayerischer Industrie-, Verkehrs- und Kulturgeschichte.
Die Lokomotive soll nicht nur museal erhalten werden; sie soll dauerhaft betriebsfähig eingesetzt werden. Geplant sind regelmäßige Pendelfahrten mit historischen Reisezügen für die breite Öffentlichkeit zwischen dem Museum Bahnpark Augsburg und dem Hauptbahnhof. Zudem soll die Lokomotive zu besonderen Anlässen im gesamten Bundesgebiet und im benachbarten Ausland gezeigt werden.
Historische Bedeutung
Die Lokomotive BERG entstand in der Blütezeit der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen. Unter dem „Märchenkönig“ Ludwig II. entwickelte Bayern seine industrielle und kulturelle Identität. Ludwig war gegenüber technischen Neuerungen seiner Zeit sehr aufgeschlossen.
Die Lok wurde 1883 von der renommierten Münchner Lokomotivfabrik Krauss & Comp. gebaut. Das Unternehmen ist eine Gründung des Augsburger Industriellen Georg Ritter von Krauß und erwarb später unter der Bezeichnung Krauss-Maffei weltweiten Ruf. Bis in die Gegenwart setzt die Lokomotiv-Fertigung von Siemens in München-Allach die Tradition des Hauses fort.
Die BERG gehört zu den Lokomotiven der bayerischen Baureihe D VI, die über Jahrzehnte hinweg den Verkehr auf den bayerischen Lokalbahnen prägten. Sie verbanden Städte, Märkte und ländliche Regionen und wurden damit zu Symbolen des wirtschaftlichen Aufbruchs im Königreich Bayern.
Die BERG überlebte als einziges Exemplar ihrer Serie: Nach ihrer Zeit bei den Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen kam sie zur Deutschen Reichsbahn und später zu einer Werksbahn in Oberbayern. Dank der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahn-Geschichte DGEG blieb sie erhalten. Damit besitzt die Lok heute eine außergewöhnliche historische Authentizität.
BERG
Die Lokomotive und ihr schicksalshafter Name
Wie viele andere Lokomotiven der Baureihe D VI erhielt auch die BERG mit ihrer Ablieferung an die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen den Namen einer Stadt oder bedeutenden Ortschaft. „Berg“ verweist dabei auf die gleichnamige Gemeinde am Starnberger See, die eng mit der Geschichte des bayerischen Königshauses verbunden ist. Dort befindet sich das berühmte Schloss Berg, das als Sommerresidenz der Wittelsbacher diente. Auf Schloss Berg verbrachte König Ludwig II. auch die letzten Tage vor seinem geheimnisvollen Tod im Jahr 1886. Bis heute trägt die Dampflok BERG den Namen des Ortes und des Schlosses, das für die Geschichte Bayerns so schicksalshaft wurde.
Ziel der Restaurierung
Ziel ist die vollständige denkmalgerechte Restaurierung sowie die dauerhafte Wiederinbetriebnahme der Dampflokomotive. Hierzu gehören insbesondere:
- Neubau eines zugelassenen Dampfkessels
- Aufarbeitung des Fahrwerks
- Restaurierung von Rahmen, Wasserkästen und Führerhaus
- Rekonstruktion historischer Details
- technische Zulassung für den Eisenbahnbetrieb
- langfristige konservatorische Sicherung
Die Restaurierung erfolgt in Abstimmung mit der Landesstelle für die nicht staatlichen Museen in Bayern sowie unter enger Berücksichtigung eisenbahnhistorischer und denkmalpflegerischer Standards.
Mit der Wiederinbetriebnahme der Lok entsteht weit mehr als ein Museumsobjekt:
Die BERG wird zu…
- einer einzigartigen Kulturbotschafterin Bayerns
- einem emotionalen Publikumsmagneten
- einem Bildungsprojekt für Technik- und Industriegeschichte
- einem Identifikationssymbol für Bayern
- und einem Leuchtturmprojekt des ehrenamtlichen Engagements.
Die Lokomotive ist Eigentum der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahn-Geschichte DGEG, Eisenbahnmuseum der Pfalz in Neustadt an der Weinstraße, und wird dem Bahnpark Augsburg im Rahmen eines langfristigen Leihvertrages übergeben.
Ein „Donnerbüchsen-Zug“ aus den 1920er-Jahren
Für den Pendelverkehr zwischen Augsburg Hbf und Bahnpark:
Freut Euch auf ein Reiseerlebnis der besonderen Art: Schritt für Schritt wird für den Bahnpark Augsburg ein betriebsfähiger, historischer Zug aufgebaut, der aus drei sogenannten „Donnerbüchsen“ mit insgesamt rund 150 Sitzplätzen besteht. Mit dem Namen Donnerbüchse bezeichnet man zweiachsige Personenwagen, die ab 1921 für die Deutsche Reichsbahn gebaut wurden. Sie verfügen über offene Eingangsbühnen und gehörten über viele Jahrzehnte hinweg in Augsburg und in der gesamten Region zum täglichen Bild auf den Bahnstrecken. Da während der Fahrt im Innenraum ein deutliches Dröhnen zu vernehmen war, erhielten sie den Spitznamen „Donnerbüchsen“. Ein echter Hingucker ist die Inneneinrichtung mit Holzbänken aus den 1920er-Jahren.
Die sogenannte "Wendebüchse"
- Gebaut 1927 für die Deutsche Reichsbahn
- Sitzwagen 2. Klasse mit 42 Sitzplätzen und einem Gepäckabteil
- Bauart Cdi-27, Hersteller: Linke-Hofmann (Breslau)
- Besonderheit: ehem. „Befehlswagen“ für Dampflok-Wendezüge
- Wird derzeit betriebsfähig aufgearbeitet
- Eigentümer: Bahnpark Augsburg
Die "Schongauer Donnerbüchse"
- Gebaut 1929 von der Firma Rathgeber in München speziell für die Reichsbahn-Direktion Augsburg als „Sonderbauart Augsburg“
- Erster Heimatbahnhof war Schongau
- Sitzwagen 2. Klasse der Bauart „Ci-bay 30“ mit 56 Sitzplätzen
- Der Wagen bedarf einer gründlichen Restaurierung (teilweise in Eigenarbeit)
- Eigentümer: Bahnpark Augsburg
Wo ist die dritte Donnerbüchse?
Für den Aufbau unseres Donnerbüchsen-Zuges suchen wir einen dritten Wagen zum Kauf. Wir freuen uns auf Angebote per Email an: service@bahnpark-augsburg.eu.